Ich werde wieder "Don Matteo" drehen, weil er Glauben und Würde hat
 

Interview von Avvenire vom 26. Februar 2005. Text: Tiziana Lupi

Terence Hill: "Ich mag diesen Charakter sehr, außerdem ähnelt er mir". Ein Blick in die Augen von Terence Hill genügt um zu sehen, daß die Gerüchte, die besagen, daß er Don Matteo nicht fortsetzten will, unbegründet sind: "Ich liebe Don Matteo", sagt er, und erzählt "Avvenire" von seinem Entschluß, wieder in den Talar des symphatischen Priester-Detektivs zu schlüpfen.

Seine Augen glänzen, als er erklärt, daß er Luxvide und Rai vorschlug, "dem Beispiel von "Columbo" zu folgen und einige "Don Matteo" Filme zu produzieren, die im Vergleich zur langen Serie den Charakter nicht erschöpfen und die Möglichkeit bieten, tiefere Emotionen zu zeigen".

Momentan sollen die Dreharbeiten für Don Matteo 5 (produziert von Luxvide für Rai Fiction) im Juni beginnen, wie immer in Gubbio stattfinden und ungefähr acht Monate dauern. Die 24 neuen Folgen sollen im Frühling 2006 an zwölf Abenden im italienischen Sender RaiUno ausgestrahlt werden. Momentan werden Wiederholungen der Serie im italienischen katholischen Kanal Sat 2000 Montag bis Freitag um 14.30 gezeigt.

Terence Hill, wer ist Don Matteo?
Er ist ein Priester der nicht urteilt, auch nicht im Kontakt mit Menschen, die Fehler begangen haben. Seine Wurzeln sind die des "Pater Brown", der Romanfigur des Priester-Dekektiv von Chesterton. Er kennt die menschliche Seele besser als die Polizei.

Wie erklären Sie den extraordinären langlebigen Erfolg des Don Matteo?
Der Erfolg ist nicht nur mein Verdienst, das gesamt Team arbeitet sehr gut zusammen. Die vielen Charaktere bereichern die Serie und gefallen dem Publikum: Frassica, Insinna (in den Rollen des Mareschiallo Cecchini und des Capitano Anceschi, ndr), die Bürgermeisterin und die Leute, die in der Gemeinde leben.

Abgesehen von den Schauspielern ist der Hauptgrund des Erfolges von "Don Matteo" eigentlich Don Matteo.
Ich denke, daß Don Matteo glaubwürdig ist. Er ist nicht nur glaubwürdig weil er nicht urteilt, sondern weil er lacht, Scherze macht und einen guten Sinn für Humor hat. Er ist gescheit und lustig und mischt sich gern ein und deshalb erinnert er ein wenig an die Rollen, die ich vor 30 Jahren mit Bud Spencer gespielt habe. Er sagt auch vernünftige Dinge, mit denen ich übereinstimme. Er macht das auf eine Art, die einfach jeden erreicht.

Eine schöne Verantwortung für Don Matteo. Und natürlich auch für Terence Hill, der ihn darstellt. Glauben Sie an Gott?
Ja, ich bin praktizierender Katholik. Ich rede nicht oft darüber, weil der Glaube eine kostbare und extrem persönliche Sache ist. Je weniger man darüber spricht, desto besser. Was die Verantwortung angeht so kann ich sagen, daß mir das sehr gefällt. In der Vergangenheit, vor allem als ich in Amerika lebte, habe ich berufliche Entscheidungen getroffen, die von manchen als unklug angesehen wurden. Ich habe große Gagen abgelehnt, aber ich war glücklich, weil viele Mütter mich auf der Straße anhielten und sagten: "Mach weiter so, wir können mit unseren Kindern ins Kino gehen, ohne Angst vor bösen Überraschungen zu haben!" Und deshalb kann ich heute als Don Matteo glaubwürdig sein.

Haben Sie Pläne für die Zukunft, abgesehen von Don Matteo 5?
"The man who walked with eagles" (Ital. Titel: L'uomo che sognava con le aquile), ein zweiteiliger Film, inspiriert von der wahren Geschichte eines Bauern, dem die EU verbietet, den Käse zu produzieren, den seine Familie schon seit Generationen herstellt. Durch Hartnäckigkeit kann er sich durchsetzten und weiter produzieren. Diese Rolle hat mir sofort gefallen: Der Protagonist ist dickköpfig, verteidigt Traditionen und repräsentiert Menschlichkeit.

 
 
Interview © Avvenire (26. Februar 2005) von Tiziana Lupi, übersetzt von Terencehill.com. Original Interview (italienisch)